Am 6.12. ist Nikolaus und auch in diesem Jahr haben wir eine kleine Geschichte für euch 🙂
Viel Spaß beim Lesen und Hören:
Die Legende vom Licht des Nikolaus
Es war einmal, vor vielen hundert Jahren, in einer kleinen Hafenstadt am Rand des Meeres. Die Winter waren dort rau, und wenn der Wind durch die Gassen pfiff, fühlte es sich an, als würde er allen Mut und jede Wärme mit sich forttragen. In dieser Stadt lebte ein alter, gütiger Bischof namens Nikolaus. Die Menschen erkannten ihn vor allem an seinem leisen Schritt und daran, dass er immer dann erschien, wenn jemand ihn am dringendsten brauchte. Nikolaus sprach wenig über sich selbst; er hörte zu, sah hin – und handelte.
Das verschwundene Licht
Eines besonders kalten Jahres geschah etwas, das die Stadt in große Sorge versetzte: Das Leuchtfeuer am Ende des Hafens erlosch. Niemand wusste, was geschehen war. Ohne das Feuer aber fanden die Fischer in den Nächten nicht mehr sicher nach Hause. Und in jener Nacht, als der Sturm aufkam und die Wellen wie Berge über den Hafen peitschten, wusste niemand, ob die Schiffe draußen jemals den Weg zurückfinden würden. Die Menschen versammelten sich auf dem Marktplatz. „Wir brauchen ein neues Feuer“, riefen sie, „sonst sind unsere Männer verloren!“ Doch kein Holz brannte in dieser Nacht. Der Wind erstickte jede Flamme. Da erhob sich Nikolaus, zog seinen Mantel enger und sagte:
„Wenn wir das Licht nicht entfachen können – dann müssen wir eines finden, das nicht erlischt.“
Die Suche im Sturm
Nikolaus machte sich allein auf den Weg. Der Sturm riss an seinem Gewand, der Schnee nahm ihm die Sicht. Doch er ging weiter, den Pfad entlang, der zur alten Kapelle über dem Hafen führte. Viele sagten, dort lebten nur noch Spinnen, Staub und der Wind. Aber Nikolaus wusste: In der Kapelle befand sich eine kleine, uralte Lampe – ein Geschenk eines Wüstenreisenden, das angeblich „vom Licht der Hoffnung“ erfüllt war. Niemand hatte sie je leuchten gesehen. Als Nikolaus sie erreichte, war die Kapelle stockdunkel. Doch als er die kleine Lampe berührte, begann sie warm zu glimmen – erst kaum spürbar, dann immer heller, bis sich der ganze Raum mit goldenem Licht füllte. Es war keine Flamme, die der Wind ausblasen konnte. Es war ein Leuchten, das von innen kam.
Rettung im Morgengrauen
Mit der Lampe im Arm stieg Nikolaus den steilen Weg hinab zum Hafen. Als er auf dem Felsvorsprung stand, war sein Licht weit draußen auf dem Meer zu sehen. Die Fischer erblickten es – und steuerten auf die rettende Helligkeit zu. Im Morgengrauen lag der Hafen voller erschöpfter, aber geretteter Männer. Und niemand verstand, wie die kleine Lampe in Nikolaus’ Händen so hell hatte leuchten können.
Nikolaus lächelte nur und sagte: „Manchmal genügt ein Funke Hoffnung, damit selbst das größte Dunkel zurückweicht.“
Das Vermächtnis
Seit jener Nacht stellte die Stadt jedes Jahr am 6. Dezember ein Licht in das Fenster jedes Hauses – in Erinnerung an das Leuchten, das ihnen den Weg gewiesen hatte. Und so wurde der Tag des Heiligen Nikolaus zu einem Fest der Hoffnung: ein Tag, an dem selbst ein kleines Licht Großes bewirken kann.
Das ist eine schöne Idee finden wir und laden euch ein, am 6.12. auch ein Licht in eure Fenster zu stellen, um allen, denen es vielleicht gerade nicht so gut geht, ein kleinen Hoffnungsschimmer mitzugeben, wenn sie an eurem Haus vorbei gehen. Habt einen schönen Nikolaustag.
Euer BDKJ Düsseldorf 🙂